Live Review by Enemy.at

Sonntag, 20. Mai 2007

Außergewöhnlich war das Konzert, das ich letzten Freitag besucht habe, aus verschiedenen Gründen. Dazu aber später. In der gemütlichen Atmosphäre des Wiener Jazzclubs Tunnel haben die vier Jungs von Cornflex ihre erste CD präsentiert. Der Tunnel war schon gesteckt voll, als ich kurz nach 21 Uhr angekommen bin.

"Erwachsene Musik"

Ich war vorher noch nie im Tunnel, und war sehr überrascht, dass das ein Lokal ist, wo das Publikum an Tischen sitzt und nicht steht. Ich habe nämlich vorher schon in einige Songs von Cornflex hineingehört, und eigentlich klingen sie ganz rockig, sodass ich kein "Sitzkonzert" von ihnen erwartet hätte. Bassist Georg hat mir später erzählt, dass die Band das bei ihrem ersten Konzert dort auch merkwürdig gefunden hat, aber dass sie sich einfach in diese Location verliebt haben, weil es dort richtig gemütlich ist. Außerdem war wahrscheinlich 90% des Publikums mindestens fünf Jahre älter als ich. Deswegen ist mir die Atmosphäre das ganze Konzert hindurch ungewohnt "erwachsen" vorgekommen. Kein Wunder, ich hab sonst eben fast nur mit "blutjungen" Bands zu tun.

Multikulti-Band

Ganz unspektakulär hat die Band schon bald die Bühne betreten. Gleich bei den ersten Songs war klar, dass diese Burschen mit Herz und Seele dabei waren. Ihre Musikstil ist frisch und eigenständig und vereint die verschiedensten Einflüsse miteinander. Von indischen Klängen über englische und französische Texte, von sanft bis rockig scheint diese Band alles drauf zu haben. Und trotz der vielen Abwechslung in ihren Songs merkt man, dass sich alles zu einem Gesamtkonzept zusammenfügt, und dass diese Band ihren eigenen Stil gefunden hat.
Am Anfang habe ich den Eindruck gehabt, dass nicht so richtig Stimmung aufgekommen ist. Zwar hat es hach jedem Song einen riesigen Applaus gegeben, aber die Distanz zwischen Band und Publikum war einfach zu groß. Nach einer Stunde hat die Band eine Pause eingelegt (wieder was Ungewohntes für mich), und sich zum Plaudern unters Publikum gemischt. Aber ich war bald überzeugt, dass das eine gute Idee war, denn spätestens, als der Gitarrist mit einem spanischen Gitarrensolo auf der Konzertgitarre seine Bandkollegen wieder zurück auf die Bühne gerufen hat, war den eingeschworenen Fans klar:

Jetzt geht´s erst richtig los!

Nun waren nämlich spanische Songs an der Reihe, und die machen so richtig Partystimmung. Sofort hat sich das "Sitzkonzert" in ein Tanzkonzert verwandelt und die tobende Menge vor der Bühne ist immer größer geworden. Das hat auch die Band motiviert, und bis zum Ende war eine Stimmung da, wie sie sich gehört. Spätestens, als die Band auf lautstarkes .Zugabe.-Geschrei des Publikums Covers wie .Hero. von Enrique Iglesias (natürlich rockig aufgepeppt) hervorgezaubert hat, ist niemand mehr still gesessen. Jetzt war die Stimmung am Höhepunkt und das Publikum wollte die Band nicht und nicht gehen lassen und verlangte eine Zugabe nach der anderen. Aber das Konzert war nun mal zu Ende. Mit einem eigenen Song .Perfect Highway. haben sich Cornflex schließlich nach zweieinhalb Stunden Programm von der Bühne verabschiedet.

Fazit: Dieser Abend war in vieler Hinsicht eine Premiere für mich, aber Cornflex haben mich überzeugt: Auch "erwachsenere" Musik kann so richtig rocken und Spaß machen!

Wenn ihr euch selbst überzeugen wollt, kommt doch zu einem der nächsten Gigs! Fix ist bis jetzt nur das Yellowsound-Festival am 22. September, aber vielleicht gibt's ja demnächst noch einen früheren Termin. Schaut einfach auf die Band-Webseite oder auf MySpace Fotos von der CD-Release-Party findet ihr hier.

(Johanna Pfleger, www.enemy.at)

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